Puli – Der ungarische Hütehund mit Charakter

    Herkunft und Geschichte

    Der Puli gehört zu den ältesten bekannten Hunderassen. Archäologische Funde aus Mesopotamien zeigen bis zu 4.000 Jahre alte Darstellungen, die dem heutigen Puli erstaunlich ähneln. Nach Ungarn gelangte er vermutlich im 9. Jahrhundert mit den Magyaren bei der Besiedlung des Karpatenbeckens.

    Erste schriftliche Erwähnungen finden sich ab 1751. Ein offizieller Rassestandard wurde 1915 in Ungarn festgelegt und 1935 von der FCI anerkannt. In Deutschland begann die organisierte Zucht bereits in den 1920er Jahren. Der Puli ist eng verwandt mit dem Tibet-Terrier sowie dem Pumi.

    Charakter und Verwendung

    „Ez nem kutya, hanem puli“ – Das ist kein Hund, das ist ein Puli.

    Der Puli wurde über Jahrhunderte als Treibhund gezüchtet. Entscheidend waren nicht Aussehen, sondern Leistungsfähigkeit, Intelligenz und Ausdauer. Seine Arbeit beruhte auf Schnelligkeit, Wendigkeit und kluger Verstandesarbeit – nicht auf Kraft.

    Typische Eigenschaften:

    • lebhaft, aufmerksam und wachsam

    • unermüdlich, intelligent und äußerst lernfähig

    • treu, anhänglich und familienbezogen

    Diese Eigenschaften sind bis heute erhalten geblieben. Auch als Familienhund zeigt der Puli bei Gelegenheit schnell wieder sein ursprüngliches Hüteverhalten.

    Der Puli als Familienhund

    Der Puli ist robust, gesund und langlebig – 15 Jahre und mehr sind keine Seltenheit. Er bewacht aufmerksam Haus und Familie und hält seine „Herde“ gerne zusammen, was sich manchmal in lebhaftem Bellen äußert.

    Eine besondere Eigenart: Fühlt sich der Puli ungerecht behandelt, reagiert er gelegentlich mit demonstrativer Ignoranz – ein sensibles Wesen, das Fairness schätzt.

    Fell und Pflege

    Charakteristisch für den Puli ist seine typische Zotten- oder Schnürenbehaarung. Diese entsteht beim Fellwechsel durch das Verfilzen von Deck- und Unterwolle. Der Puli haart kaum; meist lösen sich ganze Zotten.

    Pflegehinweise:

    • Zotten regelmäßig trennen, um Verfilzungen zu vermeiden

    • Welpen frühzeitig an die Fellpflege gewöhnen

    • Ohren kontrollieren, empfindliche Bereiche ggf. kürzen

    • Baden nur im Ausnahmefall, idealerweise nur mit klarem Wasser

    Erziehung

    Der Puli ist äußerst lernfreudig und aufmerksam. Eine klare, konsequente Erziehung von Anfang an ist entscheidend. Was der Welpe darf, darf auch der erwachsene Hund – und umgekehrt.

    Lob, Konsequenz und Liebe sind die Basis einer erfolgreichen Erziehung. Mit Geduld entwickelt sich der Puli zu einem aufmerksamen, zuverlässigen und engen Familienbegleiter.

    Weitere Informationen zur Hunderasse

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    FCI-Rassestandard der Hunde

    Über uns

    Der Klub für Ungarische Hirtenhunde e.V. (KfUH) ist ein deutscher Verein, der sich der Zucht, Haltung und Förderung ungarischer Hirtenhunderassen wie Kuvasz, Komondor, Puli, Pumi und Mudi widmet. Ziel des Vereins ist es, die genetische Gesundheit, rassetypische Merkmale und die Öffentlichkeit für ungarische Hirtenhunde zu fördern.