Bergamasker – der vielseitige Hirtenhund aus Italien

    Herkunft und Geschichte

    Der Bergamasker ist eine ursprüngliche und sehr alte Hirtenhunderasse. Seine Geschichte reicht rund 2000 Jahre zurück. Phönizische und römische Soldaten brachten Hunde dieses Typs aus dem asiatischen Raum nach Italien. Der vollständige Rassename lautet Cane da Pastore Bergamasco.

    Sein ursprünglicher Lebensraum war ganz Norditalien, insbesondere die Region rund um Bergamo. Dort wird der Bergamasker bis heute von Schafhirten eingesetzt. Bereits altlateinische Ackerbauschriftsteller erwähnten Hunde, die ihm sehr ähnlich waren.

    Über die Jahrhunderte haben sich diese pittoresken Hunde kaum verändert. Ihr Erscheinungsbild entwickelte sich durch Umweltbedingungen und eine harte Selektion auf beste Gebrauchseigenschaften – Eigenschaften, die bis heute erhalten geblieben sind. Der Bergamasker zählt zu den vielseitigsten Hirtenhunden: Neben dem Bewachen versteht er sich hervorragend auf das Führen und Treiben von Schafherden.

    Eine mögliche Verwandtschaft zum Chien de Brie wird vermutet, insbesondere aufgrund des charakteristischen „Ziegenhaars“, das beide Rassen gemeinsam haben.

    Charakter und Wesen

    Durch den engen Kontakt zu den Hirten entwickelte sich der Bergamasker zu einem äußerst führigen, intelligenten und angenehmen Hund. Er ist stark, gesund und mutig und für seinen ausgezeichneten Charakter bekannt.

    • hohe Intelligenz und Konzentrationsfähigkeit
    • Geduld und Ausgeglichenheit
    • absolut zuverlässige Wachsamkeit
    • starke Menschenbezogenheit

    Der Bergamasker ist ein charmanter, liebenswürdiger Familienhund und besonders kinderlieb. Enger Familienanschluss ist für ihn sehr wichtig. Gleichzeitig besitzt er einen ausgeprägten Bewegungsdrang und benötigt ausreichend Auslauf.

    Anforderungen an den Halter

    Der Bergamasker eignet sich für Menschen, die Freude an einem aktiven, intelligenten und vielseitigen Hund haben. Er arbeitet gerne mit seinem Menschen zusammen, ist belastbar und verträgt auch Stresssituationen gut.

    • viel Bewegung und geistige Auslastung
    • enger Familienanschluss
    • liebevolle, konsequente Führung
    • idealerweise Haus mit eingezäuntem Garten
    • keine Zwinger- oder Kettenhaltung

    Der Hundefreund, der das Besondere liebt und einen charakterlich wunderbaren, unkomplizierten Hund sucht, der alles mitmacht, wird im Bergamasker einen treuen Begleiter finden.

    Ausbildung und Beschäftigung

    Der Bergamasker ist hervorragend für verschiedenste hundesportliche Aktivitäten geeignet:

    • Begleithundeprüfung
    • Breitensport
    • Fährtenarbeit
    • Rettungshundearbeit

    Aufgaben machen ihm große Freude, und die Zusammenarbeit mit ihm ist angenehm und motivierend. Seine Lernfreude und Kooperationsbereitschaft machen ihn zu einem vielseitigen Arbeitspartner.

    Erscheinungsbild und Fell

    Der Bergamasker ist etwas über mittelgroß, kräftig gebaut und gut proportioniert.

    • Schulterhöhe: Rüden ca. 60 cm, Hündinnen ca. 56 cm

    Er besitzt ein gutmütiges Gesicht mit dunklen Augen. Das lange Haarkleid ist von verfilzten Zotten durchzogen, während das Haar am Kopf weich bleibt und nicht verfilzt.

    Farbschläge:
    Alle Graunuancen bis Schwarz, isabellfarben, rötlichgrau bis schwarz. Geschätzt sind Flecken in allen Grautönen. Uniweiß ist nicht zulässig, weiße Abzeichen sind erlaubt, sofern sie nicht mehr als ein Fünftel des Körpers ausmachen.

    Am Vorderkörper überwiegt eher offenes „Ziegenhaar“, während sich die typischen Zotten vor allem an der hinteren Körperhälfte entwickeln.

    Pflege und Gesundheit

    Die Pflege des besonderen Haarkleides ist – entgegen der allgemeinen Meinung – mit vergleichsweise wenig Aufwand verbunden. Die typische Haarstruktur entwickelt sich weitgehend von selbst. Ein gelegentliches, leichtes Überbürsten genügt, um dem Hund ein gepflegtes und harmonisches Erscheinungsbild zu verleihen.

    Der Züchter zeigt neuen Besitzern in der Regel, wie die Fellpflege korrekt durchgeführt wird.

    Der Bergamasker verfügt über eine robuste Gesundheit. Auch seine Ernährung ist unkompliziert und stellt in der Regel keine besonderen Anforderungen.

    Lebenserwartung

    Die Lebenserwartung des Bergamaskers liegt bei etwa 13 Jahren und mehr.

    Hinweis

    Der Bergamasker ist ein sehr seltener Hund. Aufgrund seiner außergewöhnlich guten Eigenschaften wünschen wir ihm einen größeren Liebhaberkreis. Wie bei allen Hirtenhunden sind fachgerechte Zucht sowie eine liebevolle, menschenbezogene Aufzucht besonders wichtig.

    Weitere Informationen zur Hunderasse

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    Über uns

    Der Klub für Ungarische Hirtenhunde e.V. (KfUH) ist ein deutscher Verein, der sich der Zucht, Haltung und Förderung ungarischer Hirtenhunderassen wie Kuvasz, Komondor, Puli, Pumi und Mudi widmet. Ziel des Vereins ist es, die genetische Gesundheit, rassetypische Merkmale und die Öffentlichkeit für ungarische Hirtenhunde zu fördern.