Ursprung und Geschichte
Der Mudi entstand vermutlich im 18. Jahrhundert aus der natürlichen Vermischung ungarischer Treib- und Hütehunde mit stehohrigen, deutschstämmigen Schäferhunden vom Typ Schäferspitz oder Pommernspitz. Diese Hunde kamen mit den Donauschwaben nach Ungarn.
Um 1900 stellte man fest, dass es neben Puli und Pumi noch einen dritten, stehohrigen Hütehundschlag gab. 1936 beschrieb Dezső Fényes diese Hunde erstmals gezielt, gab ihnen den Namen „Mudi“ und organisierte die Zucht. Die FCI erkannte die Rasse 1966 offiziell an.
Verbreitung
Die meisten Mudis leben bis heute in Ungarn. Die Population ist insgesamt klein, das Zuchtbuch teilweise noch offen, um die genetische Vielfalt zu erhalten. Außerhalb Ungarns ist der Mudi selten, gewinnt aber langsam auch in Deutschland, Skandinavien und Nordamerika an Bekanntheit.
Aussehen
Der Mudi ist ein knapp mittelgroßer, harmonisch gebauter Hütehund mit Stehohren und quadratischen Proportionen.
Maße:
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Rüden: 43–45 cm
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Hündinnen: 40–42 cm
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Gewicht: ca. 8–13 kg
Kopf und Gliedmaßen sind kurz und glatt behaart, der Körper trägt mittellanges, gewelltes bis gelocktes Fell. Am häufigsten ist die Farbe Schwarz, daneben kommen auch Braun, Weiß, Beige, Aschfarben und Blue-Merle vor. Das Fell ist schmutzabweisend, wetterfest und sehr pflegeleicht.
Wesen und Charakter
Der Mudi ist ein hochintelligenter, mutiger und äußerst arbeitsfreudiger Hund mit starkem Hüte- und Schutzinstinkt. Er bindet sich sehr eng an seine Bezugsperson und bleibt von sich aus in deren Nähe. Jagdtrieb ist meist kaum vorhanden.
Typische Eigenschaften:
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sehr intelligent, lernfreudig und aufmerksam
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mutig, selbstständig und wachsam
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sensibel und feinfühlig
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kinderlieb und familienbezogen
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meist gut verträglich mit anderen Tieren
Gegenüber Fremden kann der Mudi anfangs zurückhaltend sein, weshalb frühe Sozialisierung wichtig ist.
Eignung und Haltung
Der Mudi ist ein echter Gebrauchshund und vielseitig einsetzbar. Er eignet sich hervorragend für:
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Hütearbeit
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Hundesport (z. B. Agility, Obedience, Rettungshundearbeit)
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Wach- und Schutzaufgaben
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aktive Familien
Bei ausreichender Bewegung und geistiger Auslastung ist er im Haus ruhig und angenehm und kann auch in einer Wohnung gehalten werden.
Erziehung
Der Mudi ist sensibel und intelligent. Härte oder Druck führen nicht zum Ziel, sondern zu Sturheit. Eine konsequente, faire und liebevolle Erziehung ist der Schlüssel.
Mit klarer Führung entwickelt sich der Mudi zu einem zuverlässigen, treuen und vielseitigen Begleiter, der eigenständig denkt und dennoch eng mit seinem Menschen zusammenarbeitet.
Pflege und Gesundheit
Der Mudi ist ausgesprochen pflegeleicht. Gelegentliches Kämmen oder Bürsten genügt, da sein Haarkleid schmutzabweisend und witterungsbeständig ist.
Auch in der Fütterung zeigt er sich unkompliziert. Mudis gelten als robuste, gesunde Hunde mit einer hohen Lebenserwartung von etwa 13 bis 15 Jahren.


